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Heuallergie beim Pferd

Ein Artikel für die Zeitschrift tierisch geheilt:

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Heuallergie beim Pferd

Spricht man landläufig beim Pferd von einer Heuallergie, ist damit meist eine Reaktion auf Heustaub in Form von Atemwegerkrankungen gemeint. Die Ursachen können Reizungen durch Staub oder Pollen, Milbenkot oder Schimmelpilze sein. Die dadurch hervorgerufene Atemwegerkrankung wird unter dem Begriff der chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD vom englischen chronic obstructiv pulmonary disease) geführt.

Vielfach wird vermutet, dass ein Pferd mit Heustauballergie keine Beschwerden zeigt, wenn es denn nur staubarm gehalten wird, leider ist dem nicht so.

Symptome und Ursachen

Die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) beim Pferd ist eine Erkrankung, die dem menschlichen Asthma ähnelt. Die reizenden Stoffe lösen eine allergische Reaktion aus, die zur Verengung der Luftwege führt und somit Husten auslöst. Im weiteren Verlauf zeigen sich Leistungsminderung, starke Atemgeräusche und Atemnot. Nicht selten werden diese Pferde dämpfig. Durch die ständige Verengung der Atemwege, entsteht eine Veränderung des Gewebes und ein Verlust der Flimmerhärchen.

Symptome einer Atemwegerkrankung können sein Nasenausfluss von klar bis weißlich oder gar gelblich, Atemgeräusche, verminderte Leistungsfähigkeit, erhöhte Atemfrequenz, Husten, besonders vor und während des Fressens beim Ausmisten oder in den ersten Minuten des Reitens.

Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, können plötzliche Anfälle von Atemnot auftreten. Anzeichen einer akuten Atemnot sind geblähte Nüstern, Schwitzen, erhöhter Puls sowie erhöhte Körpertemperatur. Dazu kommt die sichtbare Anstrengung beim „nach Luft schnappen“, die wir an der Bauchmuskulatur erkennen.

Doch nicht immer sind Allergie auslösende Stoffe der Grund für die Entstehung einer chronischen Bronchitis. Häufig sind es akute Infekte, die später in eine chronische Form übergehen. Hier ist leider der falsche Umgang mit akuten Infekten der Grund für die Entstehung. Jegliche Form von akuten Atemwegerkrankungen wird u. a. durch Heustaub verschlimmert. Ein Pferd mit einer akuten Bronchitis muss also unbedingt ebenfalls staubarm gehalten und gefüttert werden.

Schon kleine Infekte der Atemwege benötigen lange Zeit zum Ausheilen. Wird das Pferd nicht ausreichend therapiert oder zu früh belastet, kann die Krankheit verschleppt werden und so in eine chronische Form übergehen. Die chronische Form entsteht durch die erhöhte Sensibilität des Pferdes auf reizende Stoffe, die nun schnell zu Allergenen werden.

Fazit: Selbst bei harmlosen Infekten konsequente Minimierung von Heu- oder Umgebungsstaub.

Nicht optimal ist häufig die Winterfütterung. Dies ist erfahrungsgemäß die Zeit, in der die häufigsten Beschwerden sichtbar werden. Schlechte Heuqualität, wenig Frischluft, staubige Ställe und wenig Bewegung sind in den Herbst-/ Wintermonaten dann die Auslöser. Ohne hier etwas zu verändern, kann keine Therapie stattfinden. Hier sollte Abhilfe durch eine Offenstallhaltung oder häufiger Freigang, staubarme Einstreu und kurzes Heuwässern geschaffen werden.

Neben der Optimierung von Haltung und Fütterung gilt es die Selbstheilungskräfte des Patienten zu aktivieren. Eine homöopathische Behandlung mit einem speziell auf den Patienten zutreffenden Arzneimittel bringt hier gute Erfolge. Kenntnisse in der Behandlung chronischer Krankheiten sind von großem Vorteil. Auch dauert eine solche Behandlung seine Zeit.

In der TCM finden sich ebenfalls gute Ansätze, steht hier doch die Lunge für Trauer, die darauf hinweisen, dass seelische Ursachen und Stress großen Einfluss auf die Entwicklung und Heilung der Krankheit haben. Besonders der Herbst mit seiner Kälte und dem Wind stehen nach der 5-Elemente-Lehre im Zeichen Metall, das Zeichen, dem auch die Lunge zugeordnet ist.

Besonderer Fokus gilt auch der Fütterung. Zu einer bedarfsgerechten Ernährung gehört auch eine ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen. Ebenso muss auf Allergene im Pferdefutter geachtet werden. Allergene können u. a. mittels Blutanalyse ermittelt werden.

Auch die Bioresonanz bietet Hinweise auf Unverträglichkeiten. Leider verstecken sich in vielen Kräutermüslis oder Mischungen Allergene, die zwar gut gemeint sind und im Akutfall vielleicht auch angebracht sind, hier aber leider den Zustand noch verschlechtern. Wie jede chronische Krankheit muss die Heuallergie ganzheitlich betrachtet werden, nur so kann eine Therapie erfolgreich sein.

Birgit Hencke,

Tierhomöopathin

 

tierischgeheilt 5/2013

 

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